Interview mit Willibald Böck, Minister a.D. - Präsident des Freundeskreises Kinderhospiz
Lieber Herr Böck, warum engagieren Sie sich für den Bau und Betrieb des Kinderhospizes?
"Als man vor 2 Jahren an mich herangetreten ist und mich um Unterstützung bat, war ich zuerst skeptisch, da ich den Begriff Kinderhospiz nicht einzuordnen wusste. Als man mir jedoch die Intentionen des Projekts näher erläuterte, wurde mit klar, dass ich hier einfach helfen muss. Nicht nur als Vater von 5 Kinder und Großvater von 7 Enkelkindern, auch als Teil der Zivilgesellschaft empfinde ich es für meine Pflicht mich für dieses wichtige Projekt einzusetzen. Schwer kranke Kinder und ihre Familien haben in Deutschland bisher wenig bis gar keine Lobby. Wir, d.h. die durch das Volk gewählten Volksvertreter, entscheiden über ihr Schicksal, deshalb ist es wichtig dass viele hier mithelfen – das möchte ich auch."
Sie sind jetzt 2 Jahre Präsident des Freundeskreises Kinderhospiz? Was sind Ihre Aufgaben?
"Die Aufgabe des Freundeskreises für das Kinderhospiz ist klar definiert: Grenzüberschreitende Stärkung der Lobbyarbeit in Gesellschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft zur Förderung des Kinderhospizes in Tambach-Dietharz. Meine Rolle ist dabei manches „Türchen“ sprichwörtlich zu öffnen und langfristige „Freude“ für das Kinderhospiz zu gewinnen."
Ich habe gehört, dass Sie um Ihre Ziele zu erreichen, manch unkonventionelle Wege gehen? – Ist das richtig?
"Wenn Sie damit meinen, dass so ein menschliches Projekt, wie es das Kinderhospiz ist, keinen elitären Beirat und vielmehr Menschen mit Hirn und Herz braucht, dann ist das richtig. Und solche Menschen treffen sich viel lieber bei einem guten Wein, bei Selbstgeschlachtetem aus dem Eichsfeld und nicht in 5–Sterne Hotels. Der Freundeskreis besteht aus solchen Menschen."
Auf was sind Sie innerhalb Ihrer Präsidentschaft stolz?
"Wir haben es geschafft das Thema der Kinderhospizarbeit nicht nur regional sondern auch überregional bekannt zu machen. Besonders gern erinnere ich mich an einen Besuch im Jahr 2006 bei Franz Müntefering (SPD), dem damaligen Bundesminister für Soziales und Arbeit in Berlin zurück. Aus einem halbstündig vereinbarten Termin zur Vorstellung des Kinderhospizes wurden spontan knapp 2 Stunden. Folgend erreichten uns Anfragen des Bundesministeriums mit Bitten um Zuarbeiten zur Finanzierung der Kinderhospizarbeit und allgemeinen Problemlagen. Dies hat der Kinderhospizarbeit bundesweit geholfen!"
Was wünschen Sie dem Kinderhospizprojekt?
"Ich wünsche mir, dass dem Vorstand des Kinderhospizes, auch trotz manchem Gegenwind, niemals die Kraft ausgeht sich weiter für das Vorhaben einzusetzen. Ich werde ihn weiter dabei unterstützen und hoffe, dass auch viele andere dies tun."
Danke für das Gespräch.







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