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Mittwoch, 30.11.2016

Deutschlands erfolgreichste Biathletin bei Olympischen Spielen wird Botschafterin

Kati Wilhelm macht sich stark für todkranke Kinder

Ab heute ist es offiziell, die Biathlonlegende Kati Wilhelm ist die neue ehrenamtliche Botschafterin des Kinder- und Jugendhospizes Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz. „Ich habe in meinem Leben viele Kämpfe bestritten, ob mit mir selbst oder auch beim Sport. Die schwerkranken Kinder und deren Familien, die im Kinder- und Jugendhospiz Aufnahme finden, sind aber die wahren Kämpfer. Diesen Betroffenen eine Stimme zu geben, sehe ich nicht nur als Aufgabe, vielmehr als Verpflichtung als Sportlerin, aber vielmehr auch als Mutter von zwei glücklicherweise gesunden Kindern. Ein Geschenk, von dem ich gern etwas zurückgeben möchte“, so Kati Wilhelm bei der Ernennung.

Diese fand vor wenigen Tagen im Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz selbst statt. Mehrfach war Kati Wilhelm in diesem Jahr vor Ort, um sich umfassend über die Arbeit die in der Einrichtung am Rennsteig geleistet wird, zu informieren und mit betroffenen Eltern ins Gespräch zu kommen. „Was ich nach Gesprächen mit betroffenen Eltern verstanden habe ist, dass Mitleid nicht hilft, vielmehr brauchen sie ein Stück Normaliät, die sie aus ihrem oft kräfteraubenden Pflegealltag herausholt. Dieses wird ihnen im Kinderhospiz geschenkt. Dafür möchte ich mich von Herzen gern einsetzen“, so Kati Wilhelm weiter. 

Über 40.000 Kinder- und Jugendliche sind in Deutschland von einer tödlichen, lebenslimitierenden Krankheit betroffen. Das stationäre Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz gibt den betroffenen Familien die Möglichkeit, bis zu 28 Tage im Jahr hier zusammen einzuziehen. Das ganzheitliche Pflege- und Betreuungskonzept bietet nicht nur die liebevolle und optimale Pflege für das schwerkranke Kind, vielmehr ist es eine umfassende Familienhilfe. Die Entlastungsaufenthalte stärken das gesamte Familiensystem, schaffen neue Kraft bei den betroffenen Eltern für die oftmals sehr aufwändige 24-Stunden-Pflege des kranken Kindes und fördern auch die gesunden Geschwisterkinder. Über 30 fest angestellte Mitarbeiter und viele ehrenamtliche Helfer arbeiten aktuell dort. Der gemeinnützige Trägerverein ist dauerhaft zu einem Höchstmaß auf Spenden angewiesen, um sein wichtiges Hilfsangebot aufrechterhalten zu können. Mehr als 850.000 Euro werden an Spenden pro Jahr benötigt, um allein den Betrieb der sozialen Einrichtung sicherzustellen, da die derzeitige Finanzierung durch die Krankenkassen hierzu nicht ausreicht. Über 700 betroffene Familien aus dem gesamten Bundesgebiet nutzten seit der Einweihung des Kinder- und Jugendhospizes im November 2011 das stationäre Hilfsangebot des Trägervereins.

6.000.000 Euro wurden seit dem Jahr 2008 in den Kauf und den Umbau des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Thüringer Fernwasserversorgung in Tambach-Dietharz im Thüringer Wald zum Kinder- und Jugendhospiz Mitteldeutschland investiert. 92 Prozent dieser Investitionssumme wurden durch Spenden von Privatpersonen, Vereinen, Schulen und Unternehmen und nichtstaatlichen Zuwendungen durch Stiftungen aufgebracht. Dank dieser Hilfe entstand ein buchstäblich zweites Zuhause für diese betroffenen Familien - fernab von jeder Krankenhausathmosphäre. Betrieben wird das stationäre Kinderhospiz von einem gemeinnützigen Trägerverein. Ein sechsköpfiger ehrenamtlicher Vorstand leitet die Geschicke bereits seit dem Jahr 2005 und hat so in den vergangenen zehn Jahren Ostdeutschlands größtes ehrenamtlich organisiertes Sozialprojekt initiiert.

Der Gründer, Initiator und bis heute ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende Klaus-Dieter Heber wurde im Jahr 2015 mit dem „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“ ausgezeichnet. Im Jahr 2017 plant der Trägerverein den dringend erforderlichen Ausbau des Kinder-und Jugendhospizes, da die Nachfrage steigt. So sollen in einem noch unsanierten Nebengebäude neue Gästezimmer, Therapieräume, Gemeinschafts- und Sozialräume sowie eine Holzwerkstatt entstehen. Hierfür werden zusätzliche 750.000 Euro Investitionskosten benötigt. Leider stehen hierfür derzeit keine Förderungen zur Verfügung.

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